Tauchberichte
Indonesien - Bali
Indonesien - Bali
Indonesien - Bali
Lange habe ich überlegt, ob ich überhaupt einen Reisebericht zu Bali erstellen soll. Denn Bali kann man nicht beschreiben, man muss es erleben.
Dennoch möchte ich etwas auf das Taucherische beschränkt zu Bali berichten. Beschränken? Na, wir werden ja sehen.
Alles in allem sollten es „Relax-Ferien“ werden, was uns sogar teilweise gelang.
Abgesehen davon, dass sämtliche Flüge dieses Mal recht unruhig waren, sind wir überall gut und gesund angekommen. Das Wichtigste für uns war die vermisste Wärme und von dieser haben wir reichlich abbekommen (immer zwischen 30 und 34°C). Selbst wenn es wie aus Eimern schüttete,es war warm und damit war das Hauptziel fast schon erreicht. Leider haben wir noch die Ausläufer eines Tropensturms an der Nordküste Australiens etwas zu spüren, so dass es etwas mehr als üblich regnete. Aber dennoch – Hauptsache warm.
Bali ist ein kleines aber feines Taucheldorado und bietet fast alles für das Taucherherz.Natürlich nur in kleinen „wohl dosierten“ Mengen. Seien es nun Wale, Delphine, Walhaie, Hammerhaie, Mantas, Mola Molas, Pygmäen-Seepferdchen und vieles mehr. Alles ist auf Bali zu finden, sofern ausreichend Zeit und Geduld zur Verfügung steht. Da aber bei einem „ausgehungerten“ und nach Entdeckung strebendem Taucher weder die nötige Geduld noch die erforderliche Zeit zur
Verfügung steht, begnügt man sich eben mit dem was gerade „vorbeikommt“ und „Hallo“ sagt.
Wie schon erwähnt, sind wir nun nicht gerade Neulinge auf Bali und zwischenzeitlich kennen wir auch einige Tauchplätze recht gut. Somit selektierten wir von Anfang an und konzentrierten uns auf die vielversprechendsten und für uns interessantesten Tauchplätze. Selbstverständlich haben wir auch wieder einige neue Plätze kenngelernt wie zum Beispiel Gili Selang. Aber dazu später mehr.
Die ersten zwei Tauchgänge (1 Tag) werden in Tulamben (halt der Klassiker, wenn man auf Bali ist) stattfinden. Warum ausgerechnet Tulamben? Erstens zum „Eintauchen“ einfacher Strandtauchgang mit meist geringem Wellengang und wenig bis gar keiner Strömung. Und zweitens ist die Vielfalt von Meereslebewesen an diesem Wrack immer wieder überwältigend.Wenngleich das Wrack nun nicht unbedingt der absolute Hammer darstellt, wie oft in einschlägiger Fachzeitschriftenmanir geprisen.
In Tulamben gibt es drei meist bekannte Tauchplätze:
Das Wrack der „Liberty“, das Drop Off und den Coral garden. Die meisten Taucher halten sich immer an der „Liberty“ auf, wobei der Drop Off wie auch der Korallengarten sehr schöne und interessante Tauchplätze sind und meist nicht so stark betaucht werden.
Da wir die Anfahrt von Sanur aus nach Tulamben recht gut kennen, wussten wir, dass uns eine Fahrt von gut 2 Stunden erwartet. Somit konnten wir uns auf der Hinfahrt schon einmal entspannt via DVD auf das spannende Ereignis vorbereiten.
In Tulamben angekommen war dann die Ungeduld nicht mehr zu bremsen. Rein in die Neoprenpelle und ab ging’s. Natürlich hatte ich meine UW-Kamera schussbereit und so kam es, dass das erste von mir gemachte Meeresfoto mit einem meiner Lieblingsfische stattfand – dem „Nemo“ oder für die Nicht Trickfilm-Kenner auch als Anemonenfisch bezeichnet und für die Lateiner unter uns „Amphiprion irgendwas“.
Dieser kleine Kerl (der grösste in seiner Familie) verteidigte seine Anemone derart wehement, dass er mich sogar in den Finger biss. Aber gut – nichts passiert und so zog ich Ungetüm beleidigt meines Weges.
Es war ganz gut, dass wir zuerst einen „Eingewöhnungstauchgang“ machten, denn ich hätte nie gedacht, welche Umstellung eine UW-Kamera mit sich bringt. Dass man beim Handling mit einer UW-Kamera das Tarieren beherrschen muss, war von vornherein klar. Das hatte mir bisher auch keinerlei Probleme bereitet. Jedoch jetzt mit dem ganzen Kameragerödel erforderte die Tarierung wieder einmal erhöhte Aufmerksamkeit. So machte ich also meine ersten Meeresfötis in Tulamben
und damit auch meine ersten Erfahrungen. Was ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht ahnte – es sollte schwieriger und anspruchsvoller werden als ich je vermutet habe.Drei Tage später standen zwei Tauchgänge in der „Blue Lagoon“ in Padang Bai auf dem Programm.
Der Tauchplatz selbst ist eher unspektakulär und eigentlich unproblematisch. Flach abfallender Riffhang in Ufernähe beginnend. Wir wussten zwar, dass grundsätzlich mit Strömung zu rechnen ist und dass an diesem Tauchplatz die Strömung auch schnell wechselt in Richtung und Stärke. Der erste Tauchgang verlief noch relativ ruhig. Wir mussten zwar von Anfang an recht kräftig gegen die Strömung ankämpfen, aber na ja. Ich noch mit meinem Kameragerödel verbrauchte Luft wie noch nie.
Nach 40 min war dann endgültig Schluss und es nervte mich schon höllisch, dass wir nicht länger tauchen konnten. Jedoch nahm die Strömung zum Schluss hin merklich zu und wir waren nach diesem eher kurzen Tauchgang doch ziemlich kaputt und froh über eine Pause. Nach ca. 1 ½ Stunden folgte der zweite Tauchgang in der „Blue Lagoon“ . Nach den ersten Minuten war allen klar, dass die Strömung nicht nur stärker wurde, sondern auch noch eine Tiefenströmung dazukam.
Aber: Die Korallenpracht und die bunte Vielfalt entschädigt einfach für alle Anstrengung.Am Abend waren wir dann doch ziemlich fertig und genossen ein Festmahl mit King Prawns und Lobster in einem der schönen Restaurants in Sanur.
Am nächsten Tag begaben wir uns auf eine zweitägige Tauchtour an die Ostküste Balis Nähe Ahmed. Von hier aus sollten wir einige kaum besuchte Tauchplätze betauchen.
Einer davon war „Gili Selang“. Es handelt sich um eine kleine vorgelagerte Insel, ca. 200m im Durchmesser. Sie ist unbewohnt und rundum mit Steilhängen versehen, direkt an der äussersten Ostspitze Balis. Nachdem wir mit einem kleinen Motorböötchen ca. 1 Stunde von Ahmed aus unterwegs waren, erreichten wir den Tauchplatz und weit und breit war keine Menschenseele zu sehen. Geplant war ein Driftdive um die Insel herum. Da mein Buddy plötzlich Probleme mit dem Abtauchen hatte, entschlossen wir uns im vorgelagerten Korallengarten zu bleiben und auf den Drift zu verzichten. Und wir wurden für unsere Vernunft mit einem sensationell schönen Korallengarten und einem rundum mega genialen Easy-dive belohnt. Jedoch als wir auftauchten und vor Begeisterung jubelten, bemerkten wir, dass wir nun tatsächlich allein waren. Wir drei treibenden Taucher und das Böötchen war weg! Der allen Tauchern bekannte Film „Open Water“ lässt grüssen. Anfangs war das ja noch lustig und ein paar blöde Tauchersprüche folgten. Nach ein paar Minuten wurde uns klar, dass etwas unvorhergesehenes mit unserem kleinen Motorboot passiert sein musste. Also in Richtung Land flösseln, damit uns die Strömung nicht weiter auf’s Meer hinaustreibt. Luftlinie ca. 800m erblickten wir einige am Strand liegende Auslegerboote. Aber weit und breit kein Mensch zu sehen. Nach etwa einer halben Stunde entnervtem und keuchendem flösseln, erreichten wir den Strand. Besser gesagt die Wellen warfen uns auf die Steinhalde. Unser Diveguide Abdul weckte dann ein paar Fischer, die uns halfen, das vermisste Boot zu suchen. Es hatte Motorschaden und wurde von der Strömung weiter nach Süden hinter die Insel abgetrieben und es trieb und trieb. Einer der Fischer fuhr uns zum Hotel nach Ahmed zurück, während ein anderer das manövrierunfähige Boot abschleppte. Der Tag war damit gelaufen, denn von einem Nachttauchgang wollte wir dann nichts mehr wissen.
Somit vergnügten wir uns dann mit einer genüsslichen Ganzkörpermassage. Muss man erleben.
Am nächsten Tag folgten dann drei sehr schöne Tauchgänge am Jemeluk/coral garden, Jemeluk/drop off und am Japanese Wreck. Buddy absolvierte seinen Tieftauchgang und den Navigationstauchgang für sein Advanced – Brevet und ich hatte endlich mal Ruhe zum Fotografieren.
Auf jeden Fall verbrachten wir zwei schöne Tage mit Tauchen. Natürlich sollten noch einige Tauchgänge folgen. Beispielsweise Gili Biaha / Haihöhle und Gili Mimpang / Sharkpoint. Beides sehr anspruchsvolle Tauchgänge, da meist stärkere Strömung und Wellen. Drei Weiss-Spitzenriffhaie waren auch in "ihrer" Höhle zu hause und liessen sich etwas unwillig knipsen.
Der Anschlusstauchgang am Sharkpoint verlangte wieder Alles, was wir zu bieten hatten, denn ... Wellen wie nur was (zumindest für uns Landeier eine ungezähmte Kraft), starke Oberflächen- und hinterhältige Tiefenströmung waren zu beachten. Jedoch wurden wir auch hier sogar mit schlafenden Riffhaien belohnt.
Aber dessen nicht genug – ein Tauchgang am „Manta Point“ auf der Bali vorgelagerten grösseren Insel Nusa Penida musste noch sein. Auch diesen Tauchplatz kannte ich aus dem Vorjahr und wusste ungefähr was mich erwartete. Denn nur allein die Überfahrt ist meistens gekennzeichnet von mässig bis starken Wellengang, da die Nordküste der Insel kein vorgelagertes Riff hat. Und so kam es dann auch, dass wir am Tauchplatz angekommen in der kleinen Bucht schnell abtauchten und schon war alles wieder ok. Und siehe da, kaum die Kamera schussbereit sind sie auch schon da - die Mantas. Zuerst ein kleinerer (ca. 2,5m Spannweite), dann folgte plötzlich die ganze Familie und sie kamen aus allen Richtungen. Ich wusste gar nicht, welchen ich zuerst fotografieren sollte. Teilweise waren sie so nah, dass meine Kamera nicht scharf stellen konnte.
Ich kann nur sagen, dass dieser Tauchgang nie zu Ende gehen konnte, einfach sensationell wie majestätische diese Spezies sich elegant im Wasser bewegt und wir dagegen wie Korken in den Wogen des Meeres umhergewirbelt werden. Atemberaubend.
Es folgten noch weitere Tauchgänge vor Nusa Penida, die durch sehr schöne Korallengärten gekennzeichnet waren. Bali bietet für alle Taucher und für jeden Erfahrungsgrad sensationelle Taucherlebnisse. Dennoch möchte ich an dieser Stelle schliessen und die Mantas als absolutes Highlight den Schlusspunkt setzen lassen.
Die entsprechende Bildergalerie findet ihr auf www.abenteuer-tauchen.ch
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Euer Sharky
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